Rote Armee Fraktion

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Am 25. September lief in den Kinos Der Baader-Meinhof-Komplex an. Wie für viele Menschen übt die Geschichte der RAF eine gewisse Faszination auf mich aus - ohne dass ich sagen könnte, warum.

Ursprung, Gründung und die Eskalation im Deutschen Herbst 1977 waren vor meiner Zeit. Bestenfalls die dritte Generation ist mir halbwegs bewusst im Gedächtnis. Fahndungsplakate an der örtlichen Postfiliale - ja, daran kann ich mich dunkel erinnern. Die Anschläge auf Herrhausen und Rohwedder habe ich ungefähr im Gedächtnis, wie sie abends in der Tagesschau liefen - ohne dass es mich jedoch wirklich sonderlich betroffen hätte. Der Einsatz in Bad Kleinen war für mich (als 12jährigen) so ein erster “Bruch” mit meinem kindlichen Glauben an die Polizei - wie konnten die nur so dämlich sein und mit zig Polizisten nicht einmal zwei Leute ordentlich festnehmen können? (Übrigens denke ich heute kaum anders - fast 100 Beamer von Polizei, MEK und GSG 9 sollen zwei Terroristen festnehmen - das Ergbnis ist bekannt. Das ist wahrlich kein Ruhmesfleck der deutschen Polizei.)

Trotzdem - wie konnte eine stets verhältnismäßig kleine Gruppe die Bundesrepublik Deutschland in Atem halten? Was war geschehen, dass für vier Angeklagte ein eigenes Gefängnis gebaut wurde? Warum ist Deutschland heute so, wie es ist?

Gerade die Antwort auf die letzte Frage hat mit vielem, vielem mehr zu tun als nur mit der Baader-Meinhof-Gruppe bzw. der Roten Armee Fraktion. Aber einige Tatsachen, die heute selbstverständlich sind, wären ohne den Terrorismus vielleicht nicht gekommen, gerade in Hinsicht auf die Strafprozessordnung.

Jedenfalls gönnte ich mir nach dem Film auch das Buch, Stefan Austs “Der Baader Meinhof Komplex
. Um dieses Buch habe ich mich jahrelang gedrückt - ich fürchtete, das “Standardwerk” sei eine kopflastige, wissenschaftliche, trockene, theoretische Abhandlung. Ich irrte - auch wenn (oder weil?!) Aust “nur” die Chronik zeichnet, ist das Buch sehr gut zu lesen, sogar packend. Theoretisch verschwurbelt sind nur die (wenigen) Passagen, in denen aus RAF-Schriften (zumeist von Meinhof oder Ensslin) zitiert wird. Einziges “Manko” am 900-Seiten-Werk: Es endet im Prinzip mit dem Deutschen Herbst 1977. Die weiteren Geschehnisse danach, das weitere Vorgehen der zweiten und dritten Generation und das Ende des irrigen “Konzeptes Stadtguerilla” werden in einem kurzen Kapitel am Ende abgerissen. Nun gut, der Titel ist nun mal “Baader Meinhof Komplex”, und mit der Todesnacht von Stammheim waren die Gründer der RAF tot.

Warum ich das alles erzähle? Heute kam Butz Peters Buch “Tödlicher Irrtum: Die Geschichte der RAF mit der Post. Ein bisschen angelesen habe ich es schon, ich bin gespannt, wie es a) in der Zeit bis 1977 im Vergleich zu Aust abschneidet und b) wie die Zeit ab 1977 geschildert wird.

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